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XXL-Testbericht zur Garmin 945

  • 14.05.2020

Sie befindet sich mittlerweile in Sachen Ausstattungsdetails fast auf Augenhöhe mit den Top-Modellen der Fenix6-Reihe. Ausschlaggebend für den vorliegenden Testbericht und die Wahl auf die 945 war insbesondere, dass diese noch einmal deutlich leichter als die Fenix6-Modelle ist und weniger „hoch baut“, so dass sie sich wesentlich besser als Multi-Sportuhr und insbesondere Triathlon-Uhr eignet.

Ich war daher sehr gespannt, welche Innovationen die 945 bereithält und wie sie sich in Trainingsalltag schlagen würde.

Shop4runners hat mir die Forerunner 945 zur Verfügung gestellt, so dass ich diese unabhängig von etwaigen Hersteller-Interessen testen konnte.

INFO: Aufgrund der Länge dieses Berichts könnt ihr auch in die einzelnen Kapitel scrollen, die euch interessieren. Die Kapitelüberschriften sind in GROSSBUCHSTABEN geschrieben!



UN-BOXING & TECHNISCHE DATEN:

Die Garmin Forerunner 945 wird in einer schlichten, quadratischen kleinen Box geliefert. Enthalten sind neben der Uhr auch ein entsprechendes Ladekabel sowie eine Bedienungsanleitung.

Die 945 besteht aus einem Polykarbonat-Korpus und dem bewährten Silikonarmband, welches schon bei den Vorgängermodellen durch eine sehr gute Langlebigkeit zu überzeugen wusste. Eine Schlaufe mit „Sicherungsdorn“ hält das Armband schön eng am Arm. Beim Öffnen desselben empfiehlt es sich, den Dorn leicht mit dem Daumen aus Löchern des Armbandes zu heben.

Die Uhr selbst wiegt gerade einmal 50 g und ist somit bei sämtlichen sportlichen Aktivitäten nicht zu spüren.

Optisch ist die 945 -ähnlich wie das Vorgänger-Modell 935- schlicht schwarz gehalten, bietet jedoch verschiedene Armbandvarianten an.
Die Knöpfe sind nunmehr grau eloxiert, das transreflektive MIP-Display (Memory in Pixel) mit 240x240 Pixeln weist einen höheren Kontrast auf, welcher jedoch nur im direkten Vergleich zum 935 an einem tieferen „Schwarzton“ des Bildschirms zu erkennen ist.

Ebenso wurde der Pulssensor optimiert und weist neben den grünen auch rote „Sensoren“ aus, welche zur Bestimmung der Sauerstoffsättigung (Pulsoximeter-Funktion) verwendet werden.

Des Weiteren ist nun mehr auch ein Sony-GPS-Chipsatz verbaut, welcher minimal ungenauer sein soll (konnte ich in der Praxis aber nicht feststellen), jedoch um einiges sparsamer mit den Akku-Ressourcen umgehen soll, weswegen sich die Akkulaufzeiten auch erhöht haben.

Insgesamt ist die Forerunner 945 sehr sauber verarbeitet, der Materialmix wirkt hochwertig wenn auch nicht ganz so hochwertig wie die Metall- und insbesondere die Titan-Versionen der Fenix-Reihe, die jedoch auch einiges schwerer sind und auch klobiger am Handgelenk anliegen.

Menü



AKKU:

Hinsichtlich der Haltbarkeit und Kapazität des Akkus kann ich grundsätzlich die Laufzeit Angaben von Garmin bestätigen welche sich wie folgt darstellen:

Smartwatch-Modus: Bis zu 2 Wochen
GPS-Modus mit Musik: Bis zu 10 Stunden
GPS-Modus ohne Musik: Bis zu 36 Stunden

Ultratrack-Mode: Bis zu 60 Stunden

Beispiel aus der Praxis: Knapp 3,5h Biketour, nur optische Pulsmessung, GPS à „intelligent“ (ohne Bluetooth, Pulsoximeter, Musik etc.) à knapp 85% Restkapazität

ABER: Eine Besonderheit bei den Garmin-Modellen scheint es jedoch zu sein, dass sich der Akkuverbrauch mitunter bei neuen Updates (und auch aus anderen Gründen) ändern kann.

In den diversen Foren wird hierrüber sehr ausgiebig berichtet.

Dementsprechend hat Garmin sogar einige Tipps zur Optimierung der Akku-Laufzeit veröffentlicht:

https://www8.garmin.com/manuals/webhelp/forerunner945/DE-DE/GUID-FA52690B-3D79-4B08-9010-675124116CD9.html

Insbesondere ist hierbei zu nennen, dass man die Display-Helligkeit und das „GPS-Taktung“ auf „intelligent“ einstellen sollte. Auch kann man sich überlegen, ob man die Fitness-Tracker-Funktion wirklich nutzen möchte. Ebenso sollte man den „Pulsoximeter“ deaktivieren.
Es kann auch bei sog. Watchfaces / Displaydesigns zu unterschiedlichen oder gesteigerten Akkuverbrauch kommen, insbesondere bei solchen mit Sekundenzeigern.

Ich selbst habe es mir mittlerweile angewöhnt, die Verbindung zum Telefon und zum WLAN-Netz über das „Steuerungs-Menü“ (Licht-Schalter/ oben links gedrückt halten) nach erfolgter Synchronisation direkt wieder zu deaktivieren.
Auf die Smart-Notifications (per Bluetooth) kann ich ebenfalls (meist) verzichten.

Mit diesen Maßnahmen habe ich den Akku Verbrauch noch einmal deutlich optimieren können:

Dennoch kann ich bestätigen dass der Akku der Forerunner 945 selbst für Ultra-Trail-Läufe geeignet ist und bei „intelligenten“ Einstellungen des GPS (oder im Ultra Track-Modus), ggf. Verzicht auf den optischen Pulsmesser und Bluetooth-Funktionen (…) extrem verlängert werden kann.

Bild Garmin



GPS-EMPFANG:

Durch eine Auswahl verschiedener Satellitensysteme ist Garmin mittlerweile in Sachen GPS-Empfang auch absolut „up to date“. Selbst im normalen Empfangsmodus „nur GPS“ stellt die 945 den GPS-Empfang binnen weniger Sekunden her.

Dies kann sich bei beim erstmaligen Verwenden der Uhr, oder wenn man diese in einer komplett neuen Region erstmalig verwendet, ein klein wenig verlängern. Auch bei extrem wolkigem Wetter oder in schwierigen baulichen Situationen - also Großstädten. Aber wirklich lange warten musste ich noch nie.

Man hat jedoch die Möglichkeit, diverse Optionen zu aktivieren:
So kann man neben Glonass, dem russischen GPS-Satellitensystem, auch Galileo (EU-Variante) mit aktivieren, um den GPS-Empfang schneller und genauer zu gestalten. Man sollte hierbei jedoch bedenken, dass sich die Akkulaufzeit dabei verkürzt.

Ich selbst kann für den Bereich der „Vulkaneifel“ bestätigen, dass der Empfang immer sehr schnell gegeben war, auch aufrecht erhalten blieb und die Messgenauigkeit  für mich völlig ausreichend waren. 

Dies war schon bei der Einstellung „GPS ohne Glonass oder Galileo“ und „intelligenter Taktung“ gegeben. Die 945 bietet darüber hinaus auch die „1sec-Taktung“ als weitere GPS-Option, auch hier bei verkürzt sich die Akkulaufzeit.

Man sollte einfach mit der Standard-Einstellung „intelligent“ anfangen und dann schauen, ob die Genauigkeit ausreichend ist. Bei mir war das auf bislang immer der Fall. Insgesamt ist der GPS-Empfang als sehr gut, stabil und sehr schnell zu bezeichnen. Dies war bei früheren Modellen vor einigen Jahren und auch bei anderen Anbietern manchmal anders, so dass man teilweise mehrere Minuten auf den Satelliten-Empfang warten musste und als Zwischenlösung schon Aufwärm-Übungen veranstalten durfte.



OPTISCHER HERZFREQUENZ-SENSOR:

Wie schon beim Vorgänger-Modell verwendet Garmin auch bei der 945 einen optischen Herzfrequenz-Mess-Sensor. Dieser wurde jedoch noch einmal überarbeitet und optimiert.

So verbraucht dieser weniger Akkukapazität und scheint mir auch im Vergleich zur 735 noch einmal ein gutes Stück nutzerfreundlicher, alltagstauglicher und auch genauer zu sein.

Folgendes ist jedoch zu bedenken:

Bei starker Pigmentierung und Tätowierungen, oder Behaarung kann es vorkommen, dass der optische Sensor den Puls nicht direkt (in seltenen Fällen gar nicht) findet, beziehungsweise selbigen korrekt erfassen kann. Ebenso kann es vorkommen, dass die Uhr bei einem zu „lockeren Sitz“ verrutscht und dann die Pulswerte (dann) auch von den Realwerten abweichen können.

In seltenen Fällen kann es auch - je nach individuellem Verlauf der blutführenden Gefäße, die zur Ermittlung der Herzfrequenz durch den optischen Sensor herangezogen werden, zu individuellen Abweichungen und oder Problemen führen. Bei mir ist es jedoch so, dass der Puls zum einen recht schnell und auch überwiegend sehr akkurat angezeigt wurde. So werden insbesondere im Unterschied zu älteren Modellen in den ersten Minuten einer Sportaktivität korrekte Pulswerte angezeigt.

Hierbei ist es jedoch hilfreich, wenn man die Uhr bereits einige Zeit vor der Sportaktivität am Handgelenk trägt, damit die Uhr „den Puls schon länger gefunden“ hat. In Einzelfällen kam es vor, dass der Puls nicht korrekt erfasst wurde. Dies kann man an den Herzfrequenzwerten ablesen und gegebenenfalls den Sitz etwas „nachjustieren“. In aller Regel sollte man darauf achten, dass der Sitz der 945 halbwegs stramm am Handgelenk ist.

Bei Intervallen kam es auch vor, dass die einzelnen „Pulsspitzen“ nicht ganz so akkurat wie bei einem Brustgurt erfasst werden können.
Für meine Trainings beim Laufen oder Radfahren (teilweise auch beim Schwimmen) wurden die Pulswerte jedoch in den allermeisten Fällen akkurat und sauber erfasst. Somit konnte ich auch ein pulsgesteuertes Training gut durchführen.

Wer Probleme bei der Herzfrequenzerfassung hat kann dann eben auf entsprechend kompatiblen Brustgurt ausweichen, zumal Garmin die Forerunner 945 auch in verschiedenen „Bundles“ anbietet (z.B. mit verschiedenen Brustgurten fürs Laufen, Schwimmen oder Triathlon).

Insgesamt kann ich bestätigen, dass die optische Herzfrequenzmessung in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht hat und mittlerweile durchaus gute Messgenauigkeiten erzielt werden. Man sollte jedoch beachten, dass insbesondere beim Radfahren und teilweise auch schon beim Laufen mittlerweile auch ein „Watt-gesteuertes Training“ möglich und durchaus sinnvoller sein kann. Dies wird jedoch auch durch die Forerunner 945 unterstützt, zumal entsprechende Sensoren/Geräte über Bluetooth-Protokolle oder ANT+ gekoppelt werden können und somit die 945 zu einem veritablen Alleskönner machen.

Herzfrequenzsensor 

PULSOXIMETER:

Im optischen Herzfrequenzsensor ist auch ein entsprechender Sensor zur Erfassung der Sauerstoffsättigung (Pulsoximeter) implementiert. Dieser ist durch die roten „Sensoren“ erkennbar.

Mit ihm wird die periphere Sauerstoffsättigung des Blutes gemessen und ist insbesondere dann relevant, wenn man Sportarten in größeren Höhen absolviert. Abseits davon kann er auch bei der Erfassung/Auswertung von Schlaf-Zyklen von Interesse sein.

Da der Nutzen für mich eher gering ausfällt, habe ich diese Funktion deaktiviert, zumal selbige auch einen gesteigerten Akku-Verbrauch nach sich zieht (siehe AKKU-Verbrauch). 



KOMMEN WIR NUN ZU DEN SPORTARTEN…

LAUFEN:

Zunächst einmal passte ich mir die Trainings-Seiten (Display-Anzeige) etwas an, weil ich auf der ersten Seite vier Angaben für wichtig halte:

Zum einen die aktuelle Pace, die zurückgelegte Distanz, die Gesamtzeit und den aktuellen Pulswert. Dies sind für mich die wichtigsten Indikatoren, die ich mir über die Optionen auf die erste Trainings-Seite einstellte. Die Benachrichtigung /Auto-LAP pro Kilometer behielt ich bei, da dies ein durchaus sinnvolles Feature sein kann.

Sofern man eine Trainingseinheit startet, würde ich grundsätzlich empfehlen die Forerunner 945 rechtzeitig (idealerweise mindestens 30 Minuten vorher) anzuziehen, so dass sich der Pulssensor quasi „justieren & den Puls finden“ kann.
Sollte man die Uhr unmittelbar vor dem Training anziehen, kann es schon einmal zu fehlerhaften Pulswerten.

Grundsätzlich werden diese aber gut erfasst. Dies geschieht im Unterschied zur 735 auch auf einem deutlich verbesserten Niveau. Dies mag auch am neuen Pulssensor liegen, der sich auch grundlegend von denen der älteren Modelle (Forerunner 935, 735 etc.) unterscheidet. Bei Problemen oder Ungenauigkeiten kann man aber – s.o. – immer noch auf einen Brustgurt ausweichen. Natürlich kann die Forerunner 945 (teilweise mit optionalem Zubehör) die Laufeffizienz, vertikale Bewegungen, Bodenkontaktzeiten, Schrittlänge und – Frequenz, Leistungszustand und Laufzeitprognosen messen oder angeben.

Tipp 1:
Bei kürzeren Intervallen, insbesondere im Stadion, empfehle ich, die Autolap-Funktion auszuschalten, da diese sonst zu früh oder zu spät „dazwischenfunkt“.
Es ist in diesen Fällen am besten, komplett manuell nach 200/400 oder 1.000m (…) die Lap-Taste zu nutzen, da jede GPS-Uhr gerade im Stadion 10-20m von der tatsächlich gelaufenen Strecke abweicht.
Nur dann kann man sicherstellen, dass man identische und genaue Intervalle abstoppt.

Selbiges gilt auch bei (kurzen) Intervallen auf Strecken außerhalb von Stadien.
Hier sollte man einmal eine dem/den Wunsch-Intervall(en) entsprechende Strecke ablaufen und entsprechend „markieren“.
Hierzu kann man z.B. auch kleine Kieselsteine oder markante Wegepunkte nutzen. Dann läuft man dieses Intervall eben mehrfach ab.

Vorteil: Identische und immer gleichlange Intervalle, was die Vergleichbarkeit und Auswertung im Nachgang erleichtert.
Wenn man eine Strecke durchläuft und die Intervalle „nur“ nach GPS läuft, kann es eben sein, dass man 980m und beim nächsten Mal eben 1020m läuft.
Von streckenprofilbedingten Abweichungen und Wettereinflüssen ganz abgesehen.

Tipp 2:
Wie auch bei anderen Garmin GPS-Uhren oder denen anderer Hersteller, empfiehlt es sich, die Uhr am Handgelenk leicht fest zu tragen. Dies optimiert die sichere Datenerfassung und Übertragung. Man sollte nach dem Ausziehen der 945 den Bereich des optischen Pulsmessers „auf der Haut als Abdruck“ sehen können.

 Auswertung



RADFAHREN :

Auch beim Radfahren liefert die 945 eine sehr gute Performance ab. Wie schon bei den anderen Disziplinen habe ich die Trainingsseiten entsprechend angepasst und vier Datenfelder auf meiner „Hauptseite“ eingestellt. Auch hier habe ich die aktuelle Herzfrequenz eingefügt. Somit habe ich neben der aktuellen Geschwindigkeit, der Gesamtzeit und der zurückgelegten Distanz auch den aktuellen Puls „im Blick“.

Die „automatischen Alarme/Zwischenzeiten“ alle 5 km habe ich deaktiviert. Beim Radfahren ist es für mich wichtiger, dass ich auch längere Segmente „per Hand“ abstoppen kann, ohne dass mir eine automatische Zwischenzeit dazwischen funkt.

Anders als beim Laufen habe ich zu Vergleichszwecken beim Radfahren GPS+Glonass aktiviert. Im täglichen Trainingsbetrieb konnte ich hierbei jedoch keine Unterschiede in Sachen GPS-Erfassungsdauer, Empfang und Genauigkeit feststellen.

Die Navigationsfunktion ist gerade auch fürs Radfahren ideal, egal ob Straße oder Mountainbike. Im Unterschied zur „Brotkrumen-Navigation“ - bei einer Forerunner 735 - hat man bei der 945 genau im Blick, in welche Straßen man abbiegen muss –insbesondere bei Mehrfachgabelungen. Ebenso kann man, je nach eingestelltem Zoom-Modus, auch schon etwas „vorausschauen“, wie sich der Streckenverlauf darstellt und entsprechend seine Fahrweise anpassen (zB bei Serpentinen). 

Das Display ist auch bei direkter Sonneneinstrahlung sehr gut ablesbar. Auch das Abfahren unbekannter Strecken durch die „Roundtrip-Routing-Funktion“ (siehe dort) funktionierte einwandfrei und ich wurde auch beim Rennradfahren nicht auf unbefestigte Wege geleitet. Interessant ist auch, dass die Forerunner multifunktional mit weiteren Geräten koppelbar ist, um das Training optimal zu gestalten:

ANT+ & Bluetooth Smart (Herzfrequenz& Powermeter, Geschwindigkeits- und trittfrequenz-Sensoren)

ANT+ (Footpods, kompatible Schaltungen (SRAM RED eTAP/Campagnolo EPS), externe Temperatur-Sensoren, Lichtsysteme (Garmin Varia/Bontrager lights), Radarsysteme (Garmin Varia Radar), Head Up Display (Varia Vision)

ANT  (Shimano Di2 Schaltung, VIRB Action Kamera, Running Dynamics Pod)

NAvigation



SCHWIMMEN (indoor):

Ich muss gestehen, dass ich an den Schwimmeinstellungen so gut wie gar nichts verändert habe.

Grundsätzlich ist die 945 extrem zuverlässig, was die geschwommenen Bahnen anbelangt. Bei älteren Modellen (735) war es teilweise so, das die Uhr ein klein wenig Eingewöhnungszeit benötigte.

Das Bahnenzählen war bei mir, unabhängig vom geschwommen Schwimmstil, immer exakt. Sowohl beim Freistilschwimmen als auch beim Brustschwimmen wurden die Bahnen sauber ermittelt. Wenn man ein Schwimmtraining startet und das nächste Mal auf die Lap-Taste (unten rechts) drückt, werden einem die Zwischenzeiten in einer Pause-Ansicht dargestellt auch wechselt der Hintergrund auf schwarz. Drückt man erneut die LAP-Taste wird das nächste Intervall gestartet. Diese Grundeinstellung ist für mich so optimal, dass ich mich nicht dazu veranlasst sah/sehe, irgendwelche Einstellungen diesbezüglich zu ändern.

Ich gebe auch zu bedenken, dass die meisten Schwimmer eh einen Trainingsplan ausgedruckt am Beckenrand haben und auch genau wissen, welche Distanzen und Schwimmarten zu absolvieren sind. Ich selbst hatte daher keine Lust, etwaige Schwimmtrainings zu programmieren. (Wenn man sich dann einmal „verdrückt“ – kommt man eh durcheinander). Insgesamt ist hier festzuhalten, dass die Uhr sehr gut funktioniert.

Anmerkung: Im Unterschied zur Garmin 735 kann die 945 die Pulswerte jetzt auch über den optischen Sensor beim Schwimmen erfassen. Auch dies klappte bei mir sehr gut. Ich halte dies für eine interessante Innovation, wenn man somit auch die Schwimmbelastung etwas genauer erfassen und sich nicht mehr auf seinen Bauch- oder Körpergefühl verlassen muss.

INFO: OPENWATER-Swim ….konnte ich jahreszeitenbedingt noch nicht testen.

Hier ist davon auszugehen, dass die Schwimmstrecke systembedingt (! – Betrifft jeden Hersteller) nicht ganz korrekt erfasst werden kann!
In der Eintauchphase verliert jede GPS-Uhr kurzzeitig das Signal und je nach verwendeter Software/Hersteller muss dann „etwas geschätzt“ werden.

Wenn man die Schwimm- oder Teilschwimmstrecken genau kennt, kann man über die „Bearbeitungs-Option“ eine absolvierte Trainingseinheit nachkorrigieren.



TRIATHLON:

Natürlich beherrscht die 945 auch die Multi-Sportart Triathlon, welche als eigene Sportart direkt implementiert ist.

Hierbei ist lediglich zu beachten, dass man in den Einstellungen der Sportart auswählt, ob man die Wechselzonen-Zeiten mit berücksichtigen möchte.

Zusätzlich sollte man den Ablauf eines Triathlons durchaus einmal „trocken“ simulieren: D.h. man startet die Triathlon-Aktivität und klickt nach kurzer Zeit jeweils auf die Lap-Taste, um sich anzuschauen, wie die 945 zwischen den Sportarten und eventuellen „Transitions“ wechselt. Dies gibt dem Nutzer mehr Sicherheit und Routine, um im Wettkampfstress auch die „richtigen Knöpfe zu richtigen Zeit zu bedienen“.

Interessant ist hierbei, dass man jede einzelne Teildisziplin bearbeiten und auch ändern kann, so dass man zum Beispiel auch das Hallenbad-Schwimmen aktivieren kann. Man kann sogar die Sportart komplett austauschen, wobei ich in diesem Fall eine eigene Multisportart erstellen und entsprechend benennen würde.



NEUE SPORTARTEN:

Natürlich kann die Garmin Forerunner 945 auch neue Sportarten oder Multi- Sportarten kreieren. Hierbei dürfte es insbesondere für Triathleten interessant sein, Indoor-Bike & Run (Laufband) zu kombinieren, so dass man zum Beispiel in der kalten Jahreszeit so genannte „Brick-Trainings“ (Koppeltrainings) im Fitness-Studio absolvieren kann. Hierbei sollte man jedoch beachten, ob man eine Pause/Wechsel-Zeit nutzen möchte. Durch das Aktivieren der Wiederholungs-Funktion kann man somit quasi unbegrenzt zwischen dem Indoor-Bike und dem Laufband wechseln.

Des Weiteren kann man selbiges natürlich auch für den Outdoor-Bereich in der wärmeren Jahreszeit verwenden. Hierbei muss man statt Indoor-Run (Laufband) und -Bike lediglich Laufen und Radfahren als Sportarten aktivieren und wieder darauf achten ob man die Wechselzeiten mit aktivieren möchte. Ebenso ist es möglich die Multi-Sportart „SwimRun“ zu kreieren, indem man Outdoor-Schwimmen und Laufen kombiniert; auch hier bietet es sich an, zum einen den Wechselzeiten Modus zu deaktivieren und die Wiederholungsfunktion zu aktivieren, da es beim SwimRun idR zu einer höheren Anzahl von Disziplinwechseln kommt.



NAVIGATION:

Ein besonderes Highlight der Forerunner 945 ist die Möglichkeit der Karten-Navigation. Wohingegen ältere Modelle (735) nur die so genannte „Brotkrumen-Navigation“ beherrschen, kann man sich nunmehr entsprechende Strecken als GPX-File auf die Uhr „laden“ und auf entsprechenden hinterlegten Karten navigieren.

Hierbei bietet sich zum einen die Komoot-App an, welche sogar als Applikation auf die Garmin geladen werden kann, so dass eine Übertragung von entsprechenden Routen nochmals vereinfacht wird.
Ich selbst kann mich mit der Komoot-App beim „Routen-Erstellen“ jedoch noch nicht so ganz anfreunden.
Andere Apps, welche über ein Kartenmaterial von „Outdooractive“ verfügen sind hier meiner Meinung nach wesentlich einfacher zu bedienen.

Auch hier gestaltet sich das Übertragen von Routen für die Navigation denkbar einfach:

Wenn man eine Route erstellt hat, sollte man auf jeden Fall bedenken dass man jegliche Abzweigung mit einer Wegmarkierung/Wegepunkt versieht, so dass auch hier entsprechende Distanzanzeigen und Abbiegehinweise von der Uhr angezeigt werden können. Den GPX-File selbst sendet man per E-Mail an sein Smartphone, kann dann selbigen öffnen und über die Funktionstaste „Bearbeiten“ an Garmin-Connect senden oder in dieser öffnen.

Hierzu sollte man Garmin-Connect jedoch vorher gestartet haben. Die App wird dann „auf dem Display geöffnet“ und die Route kann weiter bearbeitet werden. Hierbei bietet sich insbesondere an, die Route konkret zu benennen (!), so dass man selbige in der Uhr - wenn diese synchronisiert ist, besser finden kann.

TIPP: GROSSBUCHSTABEN verwenden….dann kann man die Bezeichnung besser lesen.

Wenn man die Route entsprechend bearbeitet hat, kann man diese sichern und per „Pfeil“-Symbol an die Garmin 945 senden. Es wird dann in der App angezeigt dass die Route zur Navigation verwendbar ist beziehungsweise gesendet wurde.

Abschließend muss man nur noch eine Synchronisation durchführen und kann dann die Route im Navigation-Modus verwenden

Dies klingt vielleicht etwas kompliziert, gestaltet sich jedoch faktisch sehr, sehr einfach. Ich selbst bin mittlerweile in der Lage, eine 60-80 km „Radrunde“ innerhalb von 3-5 Minuten zu erstellen, dann an die Forerunner 945 zu senden und habe selbige Route dann innerhalb von gut 5 Minuten auf meiner 945.

Hinweis: Im Netz selbst findet man diverse Videos rund um das Thema Navigation (und andere Funktionen) der Garmin-Uhren und auch speziell zur Forerunner 945.

Einer der Hauptvorteile der nunmehr vollwertigen Navigation mittels hinterlegtem Karten-Material ist zum einen, dass die Abbiegehinweise sauber angezeigt werden können oder, je nachdem von welcher App Karten oder Strecken downgeloadet wurden, man zumindest auf der Karte sieht, in welche Straße oder welchen Weg man abbiegen muss.

Dies gestaltete sich bei der „Brotkrumen-Navigation“ teilweise etwas schwieriger, insbesondere wenn sich der Weg „mehrfach gabelte“.

Tipp: Nach dem Starten einer Navigations-Trainingseinheit sollte man zeitnah durch langes Drücken der „Up-Taste“ in den Zoom-Modus wechseln und diesen so einstellen, dass man genug Details erkennt und dennoch genug „Vorlauf-Strecke“ hat. Die 945 richtet das Display dabei in Fahrtrichtung aus. 

Vergleich



ROUNDTRIP-ROUTING: 

Interessant ist auch, dass es mit der Forerunner 945 auch möglich ist, in unbekannten Gegenden (oder auch in der Heimat) einfach eine Strecke „nach Gusto“ zu planen. Hierzu hat man die Möglichkeit, der 945 vorzugeben, in welche Richtung und welche Streckenlänge man beispielsweise laufen/fahren möchte.

Hier die Klickfolge/Weg zur Funktion:

In der Uhr: à Sportart (wählen) à Navigation (mittlere Taste links länger drücken und drei Klicks nach unten) à RoundTrip Routing ( 5 Klicks nach unten )

In der APP: à „…mehr“ (unten rechts anklicken), à Training à Strecken à“+“ Strecke erstellen (oben rechts + anklicken) à Sportart auswählen à“automatisch“ 

Die Uhr sucht dann eine entsprechende Strecke selbstständig heraus, die man dann nur noch ablaufen/abfahren muss. Dies ist insbesondere vorteilhaft, wenn man öfter beruflich unterwegs ist und auch mal eine schöne Runde in unbekannten Gegenden laufen/biken will/muss. Ebenso entdeckt man mit dieser Funktion neue Strecken in der Heimat.

Hinweis: Natürlich kann man selbige Routenfunktion auch über die Garmin-Connect App verwenden. Dies ermöglicht ein noch leichteres Begutachten der Strecke als auf der Uhr selbst, da das Display der 945 für diesen Zweck (Übersicht) doch zu/sehr kleinformatig ist. Hat man diese Route in der App erstellt, muss selbige nur noch an die Uhr übertragen und einmal synchronisiert werden. Wenn die Strecke nicht gefällt, tippt man erneut aufs Display und es wird eine Alternative berechnet (Achtung – auf den richtigen Startort tippen) oder man springt wieder zurück („Abbrechen“) und ändert die Parameter. Teilweise wurde mir zum Beispiel statt 75km eine 88km Route vorgeschlagen….dann ändert man einfach die Vorgabe auf 65km…. o.ä.

Hinweis 2: Zusätzlich zur o.g. Funktion gibt es auch die Funktion „Around me“ (Sportart à Navigation à Around Me), die es ermöglicht, sogenannte Points-of-Interest in der Nähe anzusteuern. Man kann hierbei mit den „Auf&Ab-Tasten“ (links) einen Sektor um den eigenen Standort auswählen und bekommt dann Vorschläge. Um ehrlich zu sein finde ich die RoundTrip-Routing-Funktion praktikabler.

Hinweis 3: Hinsichtlich der Abbiegehinweise bei erstellten Routen hat sich bei mir folgendes ergeben: Über die auf Outdoor-Active Karten/Apps basierende Routen wurden mir die Abbiegehinweise sauber angezeigt. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn man an jedem Wegepunkt, wo ein Abbiegen oder eine Gabelung stattfindet, auch eine Wegmarkierung setzt. 

Dies kann je nach verwendeten App unterschiedlich sein. Ergo sollte man eigene Erfahrungen sammeln und abschließend (s)eine Entscheidung dahingehend zu treffen, dass zum einen die App leicht zu bedienen ist und idealerweise auch vollständige Abbiegehinweise bietet.

 

App-Tipp:

Bei mir war das bei der „Touren-App“ (Gastlandschaften Rheinland-Pfalz – entgegen dem Namen bietet diese APP aber Routen und Karten von ganz Deutschland) am einfachsten nachzuvollziehen, zumal diese App auch kostenlos ist und unzählige Wander-/Touren-Routen beinhaltet.
Sie mag zwar in der Funktionalität etwas eingeschränkt sein und bietet nur die Möglichkeit „Wandern“ oder „Radtour“ einzugeben; dies kann jedoch im Rahmen der Übertragung auf die 945 dann noch einmal spezifiziert und geändert werden.

Insbesondere reicht es meiner Meinung nach auch völlig aus, zu wissen, dass man eine Strecke eher fürs Laufen oder Trail-Running, oder auf der anderen Seite fürs Radfahren planen oder verwenden will.



PACE PRO:

Mit der Pace Pro-Funktion bietet die 945 auch die Möglichkeit, streckenspezifisch Lauf-Zielzeiten zu planen und dabei das Streckenprofil im Hinblick auf Steigungen und Downhills zu berücksichtigen. Hierbei hat man im Rahmen der Connect-App die Möglichkeit, bereits synchronisierte Strecken „in Sachen Paceing zu planen“.

Besonders interessant ist hierbei, dass man zum einen eine Renn-Strategie mit „Negativ-Split“ einstellen kann, um zu berücksichtigen, dass man gegen Ende im Tempo zulegen möchte. Des Weiteren kann man entscheiden, wie „hart/schnell“ man Anstiege absolvieren will, oder ob man selbige defensiver laufen möchte (dann werden die Flach- und Downhill-Passagen mit einem höheren Tempo versehen), um die avisierte Zielzeit zu erreichen.

Hierbei wird auf den Übersichts-Karten angezeigt, welche Bereiche mit Steigungen und welche mit Downhills versehen sind. Gleichzeitig wird grafisch dargestellt, inwieweit sich dann durch die jeweilig gewählte Race-Strategie die einzelnen Kilometer-Splits verschieben. Ebenso wird tabellarisch jeder einzelne Kilometer aufgeführt. Dies macht meiner Meinung nach insbesondere dann Sinn, wenn die Strecke bereits bekannt ist und man eine neue „Bestzeit“ laufen will, oder man zumindest gut einschätzen kann, welche Laufzeiten man auf den einzelnen Kilometersegmenten zu laufen im Stande ist. Garmin bietet mit diesem Tool somit eine intelligente Applikation an, um mit einer höheren Wahrscheinlichkeit bei profilierten Strecken eine Ziel- oder Bestzeit zu erreichen. 

Kleiner Nachteil: Bislang ist diese Funktion nur für das Laufen implementiert.



CLIMB-PRO:

Eine weitere neue, implementierte Funktion ist die so genannte Climb-Pro-Funktion.

Mit dieser ist man in der Lage, beim Laufen und Radfahren, Steigungen, deren Verlauf und Länge besser einschätzen zu können. Sofern man eine Strecke auf die Uhr geladen hat und diese im Rahmen einer sportlichen Aktivität (Navigation) bewältigt, hat man aufschlussreiche Daten zur Gesamtlänge eines Anstiegs, verbleibenden Höhenmetern, prozentualer Steigung sowie zum Verlauf.

Hierbei wird grundsätzlich unterschieden in die Bereiche „während einer Steigung“ und „vor einer Steigung“. Außerhalb eines Anstiegs: Hier werden die Daten beziehungsweise die Entfernung bis zu selbigem angezeigt. Während des Anstiegs: Hier werden alle oben genannten Daten zum Anstieg selbst genannt, so dass man sein Training beziehungsweise seine Anstrengungen entsprechend dem Steigungsverlauf besser einteilen kann.

Meiner Meinung nach ist die Climb-Pro-Funktion eine durchaus interessante Applikation. Sie ermöglicht es sowohl Trail-Runnern als auch Bikern bei bergigen Streckenprofilen oder –abschnitten die einzelnen Steigungen optimal einschätzen zu können.

clib pro



SPOTIFY:

Mittlerweile ist auch Spotify-Connect in der 945 implementiert. Mit dieser App kann man insbesondere Playlists sehr leicht „auf die Garmin synchronisieren“ und dann mittels Bluetooth an entsprechende Kopfhörer übertragen, ohne dass man ein Smartphone mitnehmen muss.

Ich selbst habe diese Funktion jedoch nur ein-, zweimal getestet, kann aber bestätigen, dass das Übertragen von Playlisten und das Koppeln mit entsprechenden Bluetooth Kopfhörern (in meinem Fall AirPods2) sauber und einfach und insbesondere stabil funktionierten. Achtung: Die Airpods müssen beim erstmaligen „Koppeln“ im Ladecase sein, der Deckel geöffnet und die Setup-Taste auf der Rückseite des Cases muss gedrückt werden. Dann „auswählen“ und die Airpods sind verbunden.

Auf der Garmin Webseite ist sogar eine Auswahl bevorzugter Kopfhörer hinterlegt, bei welchen die Übertragung besonders stabil und akkurat laufen soll. Ich möchte jedoch nicht verhehlen, dass ich sowieso bei meinen Trainings immer ein Smartphone für Notfälle dabei habe und es mir somit spare, Playlists auf die Uhr zu übertragen. Diese habe ich sowieso in meiner Spotify-App (auf dem Smartphone) bereitgestellt/gespeichert.

Auf dem Smartphone ist es naturgemäß einfacher, eine Playlist schnell noch einmal zu bearbeiten. Wenn man zum Beispiel Podcasts oder Songs in einer Playlist schon (öfter) gehört hat und wieder entfernen oder neu anordnen möchte, ist das auf dem Smartphone natürlich wesentlich schneller zu erledigen als auf der Forerunner 945. Für diejenigen, die aber möglichst „minimalistisch“ unterwegs sein wollen, bietet Garmin mit der Spotify-App und der 945 eine gute, sinnvolle Alternative an.

Tipp: Hierbei ist zu beachten, dass man sich zu Beginn über die Mobile Connect App einmal mit seinen Kontodaten bei Spotify „einloggen/anmelden“ muss. Danach stehen dann alle Playlists etc. zur Verfügung. Hierbei bietet es sich an, im Vorfeld Playlists anzulegen, die man dann einfach anklicken muss. Ebenso macht es Sinn, dass diese Playlists eine der Sportaktivität angepasste Gesamtlänge haben, damit man nicht zwischendurch wieder anhalten und in der 945 eine neue Playlist auswählen muss.

Beim Download der Playlists ist zu beachten, dass genug Speicher und ausreichend Akkukapazität vorhanden sind. Hierauf weist die Forerunner 945 jedoch hin, so dass man selbige (ggf.) per Ladekabel mit einer Stromquelle verbinden muss, um Songs/Playlists downloaden zu können. Dies geschieht wiederum automatisch über das WLAN-Netzwerk und dauert bei einer Playlist von circa 40 Liedern nur 3-4 Minuten. Insgesamt ist der Vorgang sehr einfach und man benötigt keine weiteren Hilfestellungen.



GARMIN CONNECT APP:

Die Connect App ist quasi die Basis-Applikation zur Verbindung und zur Daten-Synchronisation für die Garmin-GPS-Uhren. So kann man zum Beispiel diverse Trainingsstatistiken für die einzelnen Sportarten abrufen, Routen planen oder importieren/synchronisieren, Display-Designs und Watch-Faces, sowie Fremdanbieter-Apps downloaden, Trainings planen etc. etc. Die Connect App ist auch mit der Garmin Connect IQ-App verbunden, in welcher weitere Apps, Watch-Faces und Display-Designs zur Verfügung stehen.

Diese können entsprechend „downgeloaded“ und synchronisiert werden und stehen dann zur Verfügung, um die jeweilige Uhr weiter aufzuwerten und zu verbessern.

Hinweis: An dieser Stelle möchte ich nur kurz ein paar nette Display-Designs und Watch-Faces vorstellen:

Das „GMT 4 Master“ (Displaydesign) bietet ein schönes, analoges Zifferblatt, welches vielseitig anpassbar ist. Man sollte jedoch beachten, dass bei einer solchen Applikation mit (aktivem) Sekundenzeiger ein höherer Energieverbrauch (siehe oben) einhergehen kann.

Das „RACE SCREEN“-Datenfeld bietet zum Beispiel eine tolle Möglichkeit, auf flachen und insbesondere exakt vermessenen und markierten (!) Lauf-Kursen Bestzeiten oder Zielzeiten zu erreichen. Mit dieser App kann man nach jedem Kilometer durch Drücken der Lap-Taste, die Differenz zwischen der „GPS-basierten Distanzmessung“ und der „aktuellen Rennstrecken-Distanz“ korrigieren. Race Screen ermöglicht somit ein wesentlich exakteres Hochrechnen der benötigten Pace, um das angegebene Ziel zu erreichen.

Beim normalen Verwenden der GPS-Funktion kann es mitunter vorkommen, dass man bei jedem Kilometer circa 10-20 m „daneben liegt“, was über die gelaufene Strecke zum Beispiel bis Kilometer 9 dann durchaus 50-100m betragen kann.
Somit kann es vorkommen, dass man beim letzten Kilometer 100m zu wenig oder zu viel angezeigt bekommt und somit im schlimmsten Fall noch (tatsächlich) 1,1km laufen muss. Wenn man richtig „Pech hat“, verpasst man seine avisierte Best-/Zielzeit. Durch das jeweilige „kilometerweise Korrigieren etwaiger Abweichungen“ wird dies wirksam verhindert und ein gleichmäßiges, zielgerichtetes Laufen optimiert.

Ein Ausfallausführlicher Test ist bei DCRainmaker zu finden:
https://www.dcrainmaker.com/2016/12/pacing-races-garmin.html



GARMIN EXPRESS:

Mit Garmin express bietet Garmin natürlich auch eine Desktop Software-Variante an. Diese ermöglicht es zum einen, Geräte zu registrieren und auch über den Laptop auf Garmin Connect zurückzugreifen. Die dortigen Funktionen sind noch einmal übersichtlicher und ausführlicher gestaltet. Ich selbst kann jedoch für mich behaupten, dass ich mit der iOS-Applikation völlig ausreichende Informationen im Umgang mit meiner 945 erhalten habe. Deswegen gehe ich auch nicht im Detail weiter auf die Vorgenannte Desktop Variante ein.

 



UPDATES & Co.:

Generell kann man sagen, dass Garmin seine GPS-Geräte regelmäßig und langfristig mit guten Updates versorgt. Diese installieren sich in der Regel selbstständig, oder mit einem Bestätigungs-Klick. Mitunter kann es vorkommen, dass sich bei einem Update zum Beispiel Akku-Verbrauch erhöht.

Dementsprechend habe ich im entsprechenden Kapitel einige Tipps zum Thema optimale Akku Nutzung gegeben (s.o).

Sämtliche bislang von mir verwendeten Garmin Endgeräte (zum Beispiel auch die 735) laufen sehr stabil. Sofern sich ein Gerät einmal aufhängt oder es zu Störungen kommt, hilft im Allgemeinen ein Aus- & Einschalten oder Hard-Reset.
Dies kam jedoch nur sehr selten vor.Tipp: in diversen Foren insbesondere auf Facebook (dort gibt es eine eigene Garmin 935/945 Gruppe), sowie auch über den Garmin-Support selbst, erhält man recht zügig sinnvolle und hilfreiche Tipps. Somit ist man schnell in der Lage, mögliche Fragen zu klären.

Ebenso findet man auf diversen YouTube-Channels eigentlich zu fast jedem Thema ein entsprechendes Video oder Tutorial



TRAININGSPLÄNE:

Wie auch bei anderen Modellen, bietet Garmin für die 945 verschiedene Trainingspläne zum Beispiel fürs Laufen an, welche über die Connect App synchronisiert werden können und dann auf der Uhr am jeweiligen Trainingstag erscheinen und quasi nur noch „abgespult“ werden müssen.

Hierbei kann man zum Beispiel einen 5km-, oder 10km-, oder Halbmarathon-Plan mit einer Dauer von 6 bis zu 20 Wochen verfolgen.

Dabei ist es auch möglich, einzustellen wie viele Trainingseinheiten man pro Woche absolvieren wird/will. Getestet habe ich selbige Pläne nicht, jedoch bieten diese gerade für Einsteiger eine durchaus interessante Möglichkeit, Laufziele beziehungsweise Bestzeiten auf verschiedenen Strecken zu erreichen und dabei praktikable Trainingspläne nutzen zu können.



ALTERNATIVEN :

Insgesamt kann man die Garmin Forerunner 945 als ideale Kombination aus Leichtigkeit und Funktionsvielfalt bezeichnen.
Dennoch gibt es im umfangreichen Garmin Sortiment einige interessante Alternativen:

Für diejenigen, die alles haben wollen und insbesondere auch eine robuste aber auch massive (und schwerere) GPS Uhr bevorzugen, können zur Fenix6-Serie greifen. Diese bietet insbesondere in der XL-Version eine noch größere Akkulaufzeit und sogar die Möglichkeit, über ein im Display integriertes Solarpanel die Uhr teilweise wieder aufzuladen.

Als abgespeckte aber durchaus auch interessante Alternativen bieten sich die 645 aber auch die mittlerweile zu sehr günstigen Marktpreisen erhältliche 735 an. Beide bieten volle Multi-Sport Funktionalität jedoch nicht den gigantischen Funktionsumfang der Forerunner 945.

Sparfüchse können auch auf die Forerunner 245 zurückgreifen und diese mit einer App auch „triathlontauglich“ zu machen. Bei dieser sind der Funktionsumfang und auch die Akku-Leistung (deutlich) reduziert.

Insgesamt möchte ich aber klarstellen, dass für denjenigen, die sich alle Optionen offenhalten wollen und nicht so sehr auf den Preis, aber zum Beispiel auf das Gewicht achten, die Forerunner 945 ein idealer Trainings-/Wettkampfbegleiter ist.

Insbesondere dürften Triathleten die flachere Bauform und das geringe Gewicht begrüßen, welches insbesondere beim Ausziehen von Neopren-Anzüge mit langen (und engen) Ärmeln einen Vorteil darstellt.

Einen Link zu den Garmin Watches und Zubehör im Shop findet ihr hier:
https://www.shop4runners.com/#search:query=Garmin&first=0



WEITERE THEMEN:

Eine richtig gute Funktions-Übersicht, die technischen Daten, Lieferumfang, Kartenmaterial, Zubehör, Bundles und Software oder FAQs findet ihr hier:

https://buy.garmin.com/de-DE/DE/p/621922#overview

Natürlich beherrscht die 945 auch Smart Notifications (E-Mails, SMS, Alarme …) mit entsprechend gekoppelten Smartphones. Als Bezahlfunktion ist Garmin-Pay implementiert.
VO2-Max, Training Status, Training Effect, Body Battery und einige weitere smarte Funktionen runden das Thema Trainingsauswertung ab.

Die fast schon unglaubliche Vielzahl der Funktionen und Erweiterungsmöglichkeiten sprengt hier den Rahmen.
Für eine gute Übersicht muss daher der oben genannte LINK erst einmal ausreichen … 

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F A Z I T:

Mit der Forerunner 945 ist Garmin ein veritabler Alles-Könner gelungen!

Zum einen ist die 945 sehr gut verarbeitet, flach und sehr leicht. Sie weist eine sehr hohe Akkulaufzeit auf, die auch durch entsprechende Einstellungen „gepimpt“ werden kann.

Es gibt unzählig viele, smarte Funktionen wie Pay- und Musik-Funktionen, Smart-Notifications und Erweiterungspotentiale durch Apps, Widgets und Watch-Faces.
Auf der anderen Seite beweist die 945 in ihren Kernsportarten (Swim, Bike und Run) eine nahezu perfekte Funktion.

Sowohl beim Laufen, Trail-Running, Schwimmen (Indoor oder Openwater), Rennradfahren, Mountainbiken, oder sonstigen Sportarten glänzt die Forerunner 945 mit einer Vielzahl von Einstellmöglichkeiten und sauberer Funktion und stabilen, aktuellen Updates.

Navigieren klappt mit der 945 problemlos. Mit RoundTrip Routing, Pace Pro und Climb Pro sind weitere interessante Funktionen implementiert.

Der Herzfrequenzsensor arbeitet gut, vermag jedoch nicht ganz an einem Brustgurt heranzukommen, der aber im Bundle leicht mitbestellt werden kann. Zusätzlich sind eine Vielzahl von weiteren Geräten mit der 945 koppelbar: Wattmessgeräte, Kopfhörer etc. runden hierbei das flexible Gesamtbild ab.

Mit der Garmin Connect App hat man zusätzlich ein sehr gutes und übersichtliches Tool, um im Nachgang die Trainingsinhalte sauber auszuwerten. Insgesamt kann ich die 945 sehr empfehlen, sie ist ein weiterer Schritt hin zur perfekten GPS-Multisport-Uhr. Der aufgerufene Marktpreis von aktuell ca. 500€ geht für mich daher voll in Ordnung.

Fotos: eigene und Garmin