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Testbericht Nike Pegasus Trail 2

  • 16.07.2020

Der Pegasus von Nike gehört seit Jahren zu den beliebtesten Schuhen innerhalb der Brand-Community. Mit dem AIR Zoom Pegasus 36 Trail konnte man im vergangenen Jahr bereits einen sehr erfolgreichen Trailschuh präsentieren. Daher war ich sehr gespannt wie der neue Pegasus Trail 2 allgemein, aber auch im Vergleich zu anderen Trail-Platzhirschen abschneidet.

Optik und Verarbeitung

Den neuen Pegasus gibt es vorerst in drei Farbvarianten. Zwei Exemplare für Herren und eines für Damen. Das männliche Geschlecht darf sich entweder über einen hellgrünen Schuh mit hellbrauner Sohle oder über einen schlichten schwarzen mit grauer Sohle freuen. Die weibliche Variante fällt deutlich heller in diversen Grautönen und orangenem Swoosh aus. Gerade beim Damenmodell und dem grünen Herrenmodell folgt man der Idee vom Air Zoom Pegasus 36 Trail der ebenfalls durch ein modernes Design mit hellen Farben besticht (Farbtöne gelb, türkis mit roter Sohle). Für diejenigen den diese Trailschuhe zu farbenfroh sind, hat man sich für ein deutlich dunkleres Modell entschieden, welches durch die Farbgebung ebenfalls sehr ansprechend ausfällt und gerade im Bezug auf Verschmutzung sicherlich praktikabler verwendet werden kann. Ich habe mich für meinen Test daher für das dunkle Herrenmodell entschieden.

Die Sohle verläuft identisch zu seinen Vorgängern. Das bekannte Nike-Swoosh (grau) sitzt hingegen weiter vorne und zieht sich durch den ganzen Schuh bis in den Fersenbereich. Optisches gelungen ist in diesem Zusammenhang auch der Aspekt, dass sich dieser Swoosh bis hin zur neu angebrachten Zuglasche zieht. Diese Halterung taucht so erstmals bei Trailschuhen von Nike auf und hilft dem Kunden beim Anziehen der Schuhe.

Auffällig ist das stark luftdurchlässige Obermaterial. Der Vorfußbereich ist hierbei mit vielen kleinen Löchern durchzogen und sorgt so für ausreichend Luftzufluss.

Die Zunge wird als Einzelstück präsentiert, ist daher nicht am Schuhrand vernäht wie beispielsweise beim Infinity (Nike). Ein weiteres Loch für die „Marathonschnürung“ ist angebracht und kann bei Bedarf verwendet werden.  

Optik

Technische Daten

319 Gramm wiegt meine Variante in der Größe EU 43. Vergleicht man diesen Wert mit den Herstellerangaben zum Air Zoom Pegasus 36 Trail (277 Gramm), dem Torrent von Hoka (254 Gramm) oder dem Peregrine 10 von Saucony (298 Gramm), fällt auf das dieser etwas schwerer ausfällt.

Darüber hinaus gibt Nike den Trail 2 als neutralen Schuh mit einer Sprengung von 10 (mm) aus. Wem die Sprengung eines Laufschuhs wichtig ist sollte auch hier einen Vergleicht mit anderen Modellen in Betracht ziehen.

Der Pegasus Trail fällt gleichermaßen aus und verfügt ebenfalls über eine Sprengung von 10. Beim Torrent (4 mm) und beim Peregrine (4 mm) liegt diese deutlich darunter.

Tecfhnische Daten

Passform

Beim ersten Anziehen passt der Schuh perfekt. Wie bei meinen Infinitys (Nike), Richochets (Brooks) oder Ultra Boost von Adidas, passt der Schuh in der EU-Größe 43 ideal. Wie bei meinen anderen Laufschuhen empfehle ich auch hier einen halben (bis ganzen Daumen) vorne Platz zu halten, da Füße gerade beim Trailrunning deutlich anschwellen (die Muskulatur im Fußgewölbe ermüdet und senkt sich dadurch ab) und man stets eine längere Distanz bergab läuft, wodurch Füße im Schuh nach vorne rutschen. Dies erfüllt in meinem Fall der Schuh in der besagten Größe. Dadurch fällt der Trail 2, was die Länge angeht, normal aus. Ich selbst habe im Vorfußbereich einen eher breiten Fuß. Der neue Trailschuh von Nike erfüllt diesen Aspekt und sitzt zudem an der Ferse sehr kompakt, was zu einem sehr guten Halt führt. Wer in diesem Zusammenhang an der Ferse heraus rutscht, kann immer noch auf die Marathonschnürung zurückgreifen. Im Vergleich zu anderen Trailschuhen fällt der Trail 2 beispielsweise schmaler als der Torrent von Hoka aus. Im Bezug zum Peregrine von Saucony würde ich beide Schuhe gleich breit ansiedeln.  

Sehr angenehm ist mir die Schuhzunge aufgefallen, welche sehr weich ist und im Schuh selbst so vernäht ist, dass ein verdrehen nicht möglich ist. Der Fersenbereich ist ebenfalls sehr gut ausgepolstert. Da ich immer wieder Probleme mit der Achillessehne habe, sind mir weiche Fersenpolsterungen angenehmer als härtere Fersenkappen.

Passform

Stabilität und Grip

Im seitlich hinteren Bereich erscheint mir der Trail 2 etwas härter als der Pegasus 36 Trail. Hier scheint Nike etwas nachgebessert zu haben. Dieser Aspekt führt dazu, dass ich einen hervorragenden Halt habe. Selbst Läufer mit einer leichten Pronation (Knick nach Innen) oder Supination (Knick nach Außen) sollten in diesem Fall mit der Stabilität des Schuhs zurechtkommen. Je weiter man im Schuh nach vorne kommt, desto weicher und luftiger wird der Widerstand des Materials. Daher würde ich Personen mit einer sehr starken Pronation/Supination in diesem Punkt vom Trail 2 abraten.

Auch der Trail 2 verfügt über eine ordentliche, zackige Sohle welche für einen enormen Grip während dem Lauf sorgt. Bei anderen Trailschuhen (z.B. Torrent, Speedgoat, Supertrac und Peregrine) konnte ich hier deutlich längere Zacken feststellen, allerdings muss ich sagen, dass ich während dem Lauf auch mit den etwas kürzeren Gummikrallen gut zurechtgekommen bin und ausreichend Grip hatte. Nach ca. 80 Kilometern hat sich das Profil kaum verändert. Wie es nach einer Laufleistung von ca. 500 Kilometern im Vergleich zu anderen Trailschuhen aussieht, gerade im Hinblick auf die etwas kürzeren Gummizacken, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht prognostizieren.    

Grip

Dämpfung

Einer der großen Stärken ist sicherlich der React-Schaumstoff in den aktuellen Nike-Laufschuhen (Infinity, Pegasus, Miler). Dieser ist unfassbar weich und sorgt für ein hervorragendes Laufgefühl bei jedem Schritt. Selbst auf geteertem Terrain, in dem der Trail 2 nicht Zuhause ist, habe ich für einen Trailschuh eine sehr weiche und ausreichende Dämpfung gespürt. Gerade beim Traillauf selbst, war es dann phänomenal. Hier stufe ich den Schuh auf einer Linie mit den sehr gut gedämpften Schuhen ein (z.B. Speedgoat). Sowohl Fersenläufer als auch Vorfußläufer können mit diesem Schuh gut agieren und werden beiderseits mit einer hervorragenden Dämpfung belohnt.

Dämpfung

Fazit

Nike hat es geschafft mit dem Pegasus Trail 2 einen Schuh zu entwickeln, der Dank seines React-Schaumstoffs extrem weich und angenehm zu laufen ist. Zwar hat der Schuh im Vergleich zu anderen Trailschuhen mehr Gewicht, dies spiegelt sich allerdings in der besseren Dämpfung und der Stabilität wider. Zudem würde ich den Schuh nicht als schwer bezeichnen, da er sich während dem Lauf sehr leicht tragen ließ. Optisch ist der Schuh auf jeden Fall ein absoluter Hingucker. Neben den farbenfrohen Varianten bietet Nike eine weitere schlichtere Farbkombination an. Einmal im Schuh drin, will man ihn nicht wieder ausziehen, da der Schuh eine hervorragende Passform hat. Wer einen etwas breiteren Vorfuß besitzt und auf einen verstärkten Fersenhalt setzt, wird mit dem Trail 2 sehr glücklich sein. Gerade das Zusammenspiel aus starker Dämpfung und dem hervorragenden Tragegefühl, machen diesen Schuh letztlich zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten im Trailschuh-Bereich, welcher sowohl von Einsteigern wie Fortgeschrittenen Gehör finden wird.